Geschichte des Eiskunstlaufs und die Weiterentwicklung

Eiskunstlauf: Der Sport aus dem Mutterland des Fußballs

Einzeln oder im Paar treten die Eiskunstläufer vor die Jury. Sie zeigen Sprünge und Pirouetten, die unter anderem Rittberger oder Lutz heißen. Neun Preisrichter bewerten die Eiskunstläufer mit Noten bis zur 6,0. Je komplizierter die Übung, desto höher ist die Punktzahl. Sieger wird derjenige, der die Jury in Kurzkür und Kür gleichermaßen beeindrucken kann. Dabei gibt es eine A-Note für den sportlichen Wert und eine B-Note für den künstlerischen Wert der Übung. Entwickelt wurde der Eiskunstlauf im 18. Jahrhundert in Großbritannien – und das sogar schon 100 Jahre vor dem Fußball.

Großbritannien als Ursprungsland des Eiskunstlaufs

Der erste Eislaufverein wurde 1742 in Edinburgh gegründet. Über Eis lief man bereits mehr als 4000 Jahre vorher. Als Kufen nutzte man Knochen, später Holz und heute Eisen. Den Mitgliedern des Eislaufvereins in Edinburgh war das reine Laufen zu langweilig. Deshalb kombinierten sie es mit Tanz und Akrobatik. Diese Form der Fortbewegung entwickelte sich schnell zu einem Sport. Die ersten nationalen Wettkämpfe fanden 1814 in London statt, die ersten internationalen Meisterschaften 1882 in Wien. In Deutschland dauerte es zwar etwas länger bis die ersten Vereine gegründet wurden, dafür ging die Entwicklung dann schneller voran. Erst 1861 wurde der erste Verein in Frankfurt gegründet, bereits 1888 folgte dann aber auch schon der Deutsche Eislauf-Verband. Diese Professionalisierung zahlte sich schnell aus. Bei den ersten Europameisterschaften in Hamburg 1891 standen drei deutsche Herren auf dem Podest.

Lange Olympiatradition des Eiskunstlaufs

Mit dem zunehmenden Interesse am Eiskunstlauf begann auch die Weiterentwicklung der Schlittschuhe. Der schwedische Sportler Ulrich Salchow entwickelte zu Beginn des 20. Jahrhunderts Schlittschuhe mit Zacken, durch die ein stärkerer Abstoß und damit bessere, höhere und stabilere Sprünge möglich sind. Bereits bei den Olympischen Spielen in London im Jahr 1908 war der Eiskunstlauf eine olympische Disziplin. Zunächst wurden die Olympiasieger im Eiskunstlauf also bei den Sommerspielen gekürt. Erster Olympiasieger wurde der Schwede Salchow.

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